Service für zuweisende Ärzte

Laborwerte vor Kontrastmittel

Schlank nach ESUR – Werte nur, wenn sie nötig sind.

Wir orientieren uns an den Leitlinien des ESUR Contrast Media Safety Committee. Das heißt für Sie: eGFR und Schilddrüsenwerte erwarten wir nicht routinemäßig, sondern nur bei definierten Risikofaktoren oder bekannter Schilddrüsenerkrankung. Das spart Ihnen und Ihren Patientinnen und Patienten unnötige Laboranforderungen.

Unser Grundsatz

Keine Werte auf Vorrat.

Bei elektiven Untersuchungen ohne Risikofaktoren benötigen wir vorab weder eine eGFR noch einen TSH-Wert. Erforderlich werden die Werte erst, wenn einer der unten genannten Risikofaktoren vorliegt. So bleibt die Zuweisung für Sie unkompliziert – und wir bleiben strahlen- und kontrastmittelsicher.

eGFR vor jodhaltigem Kontrastmittel (CT / Angiografie)

Eine aktuelle eGFR erwarten wir nur bei mindestens einem der folgenden Risikofaktoren.

eGFR erforderlich bei

  • Bekannte Nierenerkrankung (eGFR < 60 ml/min/1,73 m²)
  • Zustand nach Nieren-OP oder Nierentransplantation
  • Proteinurie
  • Arterielle Hypertonie
  • Hyperurikämie
  • Diabetes mellitus

Aktualität des Wertes: ≤ 7 Tage bei akuter Erkrankung oder stationären Patienten, sonst ≤ 3 Monate.

Handlungsschwellen (ESUR)

  • i. v. Gabe: Prophylaxe (Hydratation) bei eGFR < 30 ml/min/1,73 m².
  • i. a. mit First-Pass-Nierenexposition: bereits bei eGFR < 45.
  • Metformin: pausieren ab Kontrastmittelgabe bei eGFR < 30 (i. v.) bzw. bei jeder First-Pass-i.-a.-Gabe; eGFR-Kontrolle nach 48 h, Wiederaufnahme bei stabiler Funktion.

Die Prophylaxe (Volumengabe) organisieren wir; für die Indikationsstellung sind die Werte relevant.

Schilddrüsenwerte (TSH) vor jodhaltigem Kontrastmittel (CT / Angiografie)

Die ESUR empfiehlt kein routinemäßiges TSH-Screening. Ein TSH-Wert ist nur bei Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion sinnvoll.

TSH erforderlich bei

  • Unbehandelter Morbus Basedow
  • Knotenstruma mit Schilddrüsenautonomie (v. a. ältere Patienten, Jodmangelgebiet)
  • Bekannte Hyperthyreose

Wichtig

Eine manifeste Hyperthyreose ist eine Kontraindikation für jodhaltiges Kontrastmittel (Ausnahme: zwingende Untersuchungsindikation). Bei klinisch unauffälliger Schilddrüse ist kein TSH-Wert nötig.

eGFR vor Gadolinium (MRT)

Eine eGFR erwarten wir bei Hinweis auf eine eingeschränkte Nierenfunktion. Wir setzen ausschließlich makrozyklische Gadolinium-Präparate (niedriges NSF-Risiko) ein.

  • Bei eGFR < 30 ml/min/1,73 m² oder Dialyse gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen (Indikation streng, Mindestabstand zwischen zwei Gaben).
  • Im Zweifel klären wir die Notwendigkeit und das Präparat gemeinsam mit Ihnen.

Auf einen Blick

Elektiv, keine Risikofaktoren
Keine eGFR, kein TSH erforderlich.
Jodhaltiges KM + Risikofaktor (s. o.)
Aktuelle eGFR (≤ 3 Monate, bei akut/stationär ≤ 7 Tage).
Schilddrüse
TSH nur bei Hyperthyreose-Risiko; manifeste Hyperthyreose = Kontraindikation.
Metformin
Pausieren bei eGFR < 30 (i. v.) bzw. jeder First-Pass-i.-a.-Gabe.

Grundlage: ESUR Contrast Media Safety Committee, Guideline v10 / „Guidelines 2025“. Diese Übersicht ist eine Orientierungshilfe für Fachkreise und ersetzt nicht die ärztliche Einzelfallentscheidung. Bei Rückfragen sprechen Sie uns gerne an.

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