Bewegungsapparat · Knie

Knie

Weichteile sichtbar machen, ohne Strahlung.

Das Knie ist das am häufigsten mit MRT untersuchte Gelenk – weil fast alles, was dort wehtut, aus Strukturen besteht, die im Röntgenbild unsichtbar bleiben: Menisken, Kreuzbänder, Knorpel, Sehnen.

MRT-Untersuchungsraum unserer Praxis mit offenem Gerät und Tageslichtmotiv an der Wand.
Beim Knie-MRT liegt nur das Bein im Gerät – der Kopf bleibt außerhalb der Öffnung.

Der Anlass

Womit Sie kommen

Das Knie ist beim Sport weggeknickt, es schwillt seit Tagen an, es blockiert beim Strecken, oder es schmerzt seit Monaten beim Treppabgehen. Häufig kommt die Überweisung aus der Orthopädie mit einer konkreten Frage – Meniskus, Kreuzband, Knorpel.

  • Verdrehtrauma beim Sport, danach Schwellung
  • Blockade oder Einklemmungsgefühl beim Strecken
  • Instabilität, das Knie „gibt nach“
  • Schmerz beim Treppabgehen oder in die Hocke gehen
  • Anhaltender Erguss ohne erinnerlichen Unfall

Der Weg

Was bei uns passiert – und in welcher Reihenfolge.

  1. Röntgen zuerst, wenn es um Knochen und Achse geht

    Nach einem Sturz und bei Verdacht auf Arthrose beginnt die Abklärung meist mit einer Röntgenaufnahme im Stehen: Sie zeigt den Gelenkspalt unter Belastung und die Beinachse – beides sagt die MRT im Liegen nicht.

  2. MRT für alles, was weich ist

    Menisken, Kreuz- und Seitenbänder, Knorpel, Sehnen und ein Knochenmarködem sieht nur die MRT. Sie braucht kein Kontrastmittel und dauert bei uns meist fünf bis zehn Minuten; das Knie liegt dabei in einer eigenen Spule.

  3. Befund im Zusammenhang

    Wir befunden nicht nur, was gerissen ist, sondern ordnen ein, wie gut es zu Ihrer Beschwerde passt – das ist die Grundlage für die Entscheidung über eine Operation.

Welches Verfahren zeigt was?

Nicht jedes Gerät sieht jede Struktur. Diese Übersicht sagt, warum wir für Ihre Frage genau ein bestimmtes Verfahren vorschlagen – und wo es an seine Grenze kommt.

Welches Verfahren zeigt was? – für jede Struktur, wie gut Röntgen, CT, Spektral-CT und MRT sie darstellen.
StrukturRöntgenCTCT spektralMRT
MeniskenDer klassische Grund für eine Knie-MRT: Ein Meniskusriss ist im Röntgenbild grundsätzlich unsichtbar.zeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es gut
Kreuz- und SeitenbänderBeim vorderen Kreuzband zählt neben dem Bandbefund das begleitende Knochenmarködem.zeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es gut
KnorpelDas Röntgen zeigt nur indirekt, wie schmal der Gelenkspalt geworden ist – die MRT zeigt den Knorpel selbst.zeigt es eingeschränktzeigt es eingeschränktzeigt es eingeschränktzeigt es gut
Knochen, Achse und Gelenkspalt unter LastDie Aufnahme im Stehen ist durch keine Schnittbildtechnik zu ersetzen.zeigt es gutzeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es nicht
Knochenprellung (Knochenmarködem)Nach einem Verdrehtrauma verrät das Ödem im Knochen, welche Kräfte gewirkt haben – oft der entscheidende Hinweis auf einen Kreuzbandriss.zeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es gutzeigt es gut
Erguss und BakerzysteErguss und Zyste sind in der MRT eindeutig – bei entsprechender Fragestellung sieht man beides mit.zeigt es nichtzeigt es eingeschränktzeigt es eingeschränktzeigt es gut

CT spektral ist kein zweites Gerät und kein zweiter Termin: Unser CT misst in der Spektralbetriebsart jede Schicht mit zwei Röntgenenergien, aus demselben Datensatz lassen sich Materialien getrennt darstellen. Wie das funktioniert

  • zeigt es gut
  • zeigt es eingeschränkt
  • zeigt es nicht

Was das Bild nicht beantwortet

Was ein Knie-MRT nicht beantwortet

Ob ein gefundener Riss auch die Ursache Ihrer Beschwerden ist, entscheidet nicht das Bild. In einer Untersuchung an Menschen mittleren und höheren Alters hatten 61 % derjenigen mit einem Meniskusriss im MRT im Vormonat weder Schmerzen noch Steifigkeit im Knie. Ein Riss ist deshalb kein Operationsgrund für sich – erst der Zusammenhang aus Beschwerde, Untersuchung und Bild ergibt eine Entscheidung.

Quelle: Englund M et al., Incidental Meniscal Findings on Knee MRI in Middle-Aged and Elderly Persons, N Engl J Med 2008;359:1108–1115 (öffnet in neuem Tab)

Spektral-CT am Knochen

Der Bruch, den das Knochenfenster nicht zeigt

Rechnet man das Kalzium aus dem Datensatz heraus, wird ein frisches Knochenmarködem sichtbar – bei okkulten Frakturen, Insuffizienz­frakturen und frischen Wirbel­körper­sinterungen. Ein eigener Fall aus unserer Praxis zeigt den Unterschied Bild für Bild.

Fallbeispiel ansehen
CT des Ellenbogens im Knochenfenster – die Einstauchung des Radiusköpfchens ist kaum abgrenzbar.Knochenfenster
Dieselbe Schicht mit herausgerechnetem Kalzium – das Radiusköpfchen zeigt ein deutliches Knochenmarködem.Ohne Kalzium
Okkulte Radiusköpfchen­fraktur – eigener Fall aus unserer Praxis, beide Bilder aus derselben Untersuchung.

So läuft Ihre Untersuchung ab

  1. 1

    Vorbereitung

    Für das Knie-MRT müssen Sie nüchtern nicht sein und nichts vorbereiten. Bringen Sie Voraufnahmen und Operationsberichte mit, falls vorhanden – ein voroperiertes Knie liest sich anders.

  2. 2

    Die Untersuchung

    Sie liegen auf dem Rücken, das Knie ruht in einer Spule, der Kopf bleibt außerhalb des Geräts. Meist fünf bis zehn Minuten, in denen es vor allem auf Stillhalten ankommt. Kontrastmittel braucht es nur bei Spezialfragen, etwa nach einer Meniskusnaht.

  3. 3

    Befund

    Der schriftliche Befund geht an Ihre orthopädische oder hausärztliche Praxis. Dort wird er mit Ihnen besprochen – im Zusammenhang mit Ihrer Vorgeschichte und den nächsten Schritten.

Vor Ihrem MRT-Termin

Das werden wir am häufigsten gefragt

Ich habe ein Implantat – darf ich trotzdem ins MRT?

Das müssen wir vorher prüfen, schon bei der Terminvergabe. Bei Herzschrittmacher, implantiertem Defibrillator und Cochlea-Implantat machen wir keine MRT. Bei anderen Implantaten hängt es von Hersteller und Modell ab – bringen Sie den Implantatpass mit. Tätowierungen sind in aller Regel unproblematisch.

Was muss ich vor der Untersuchung ablegen?

Schmuck, Uhren, Hörgeräte sowie EC- und Kreditkarten bleiben draußen – das Magnetfeld löscht Karten und zieht Metall an. Auch Handy und alles andere aus Metall lassen Sie bitte im Schließfach. Kommen Sie am besten in Kleidung ohne Metallverschlüsse, Knöpfe oder Reißverschlüsse: Dann können Sie oft anbehalten, was Sie tragen.

Ich habe Angst in engen Räumen. Was tun?

Der Tunnel ist 70 cm weit, Sie haben einen Notfallknopf in der Hand, und wir sitzen direkt nebenan. Sagen Sie uns die Angst bitte schon bei der Terminvergabe – dann haben wir Zeit für Lagerung, Begleitung oder ein Beruhigungsmittel. Dafür kommen Sie eine Stunde früher und brauchen jemanden, der Sie fährt.

Direkte Arthrographie

Kontrastmittel direkt ins Gelenk – wenn die Frage genauer sein muss

Am Knie lohnt die direkte Arthrographie vor allem nach einer Operation: Ist ein genähter Meniskus wieder eingerissen oder sieht man nur die Naht? Kontrastmittel im Gelenk trennt beides deutlich besser als das native Bild. Die Nadel setzen wir unter Durchleuchtung.

Das Verfahren ist seltener geworden, seit die MRT ohne Kontrastmittel besser wurde. Wir halten es vor, weil es bei bestimmten Fragen nach wie vor die genauere Antwort gibt – und weil wir dafür eine eigene Durchleuchtungsanlage haben, an der sich die Nadel millimetergenau setzen lässt.

Auch wenn eine MRT nicht möglich ist

Herzschrittmacher, bestimmte Implantate oder ausgeprägte Platzangst schließen eine MRT aus. Dieselbe Fragestellung beantworten wir dann über die CT-Arthrographie: Das Kontrastmittel kommt auf demselben Weg ins Gelenk, gelesen wird anschließend im CT. Sprechen Sie uns darauf an, bevor eine Untersuchung als „nicht durchführbar“ endet.

Wann sie den Unterschied macht

  • Frage nach erneutem Riss nach Meniskusnaht oder Meniskusteilentfernung
  • Unklarer Knorpelschaden, der im nativen Bild nicht sicher zu fassen ist
  • Verdacht auf freien Gelenkkörper

Die Punktion erfolgt in örtlicher Betäubung und dauert wenige Minuten. Ob sie für Ihre Frage sinnvoll ist, stimmen wir vorher mit Ihrer überweisenden Praxis ab. Wir führen sie an Knie, Hüfte, Schulter und Handgelenk durch.

Durchleuchtungsaufnahme eines Kniegelenks von vorn: Eine dünne Punktionsnadel läuft von der Seite her auf den Gelenkspalt zu.
Der Blick von vorn zeigt, ob die Nadel in der richtigen Höhe läuft – wie weit sie schon im Gelenk liegt, sagt er nicht.
Seitliche Durchleuchtungsaufnahme eines Kniegelenks: Die Punktionsnadel liegt im Gelenkspalt zwischen Kniescheibe und Oberschenkelrolle.
Das beantwortet erst der Blick von der Seite. Deshalb kontrollieren wir die Nadel während der Punktion in beiden Ebenen.

Häufige Fragen

Reicht nicht ein Röntgenbild vom Knie?
Für Knochen, Beinachse und den Gelenkspalt unter Belastung ja – für Meniskus, Kreuzband und Knorpel nein. Diese Strukturen sind im Röntgenbild grundsätzlich nicht zu sehen. Welche Untersuchung Sie brauchen, hängt deshalb ganz von der Frage ab.
Wie lange dauert die Untersuchung und ist sie unangenehm?
Meist fünf bis zehn Minuten. Das Knie liegt in einer Spule, der Kopf bleibt außerhalb der Öffnung. Es tut nichts weh; anstrengend ist allein das Stillhalten. Kopfhörer gegen den Lärm bekommen Sie von uns.
Kann ich nach einem frischen Unfall sofort ins MRT?
Ja, und bei Verdacht auf eine Kreuzband- oder Meniskusverletzung ist das auch sinnvoll. Bei einem stark geschwollenen, sehr schmerzhaften Knie kann es allerdings ratsam sein, den ersten Schwung abklingen zu lassen – das bespricht die zuweisende Praxis mit Ihnen.
Ich habe eine Knieprothese – geht ein MRT trotzdem?
Häufig ja, die Bildqualität ist in der direkten Umgebung des Metalls aber eingeschränkt. Sagen Sie uns bei der Terminvergabe, welches Implantat Sie tragen; oft ist bei einliegender Prothese eine CT die bessere Wahl.

Termin für eine Untersuchung – Knie

Online buchen, per Rückruf-Anfrage oder telefonisch – Sie wählen den Weg.